Du stehst vor einer fertigen Arbeit und freust dich. Die Stube ist frisch ausgemalt, der Zaun steht, die Hecke ist in Form. Du machst ein Foto, stellst es auf deine Seite, und es passiert: wenig. Die Stube sieht aus wie eine Stube. Der Zaun sieht aus wie ein Zaun. Niemand sieht, was du daran getan hast. Das Foto zeigt das Ergebnis, aber nicht die Leistung. Die steckt in dem, was vorher war.

Warum das Vorher-Bild die Arbeit macht

Ein Nachher-Bild allein sagt: „Hier ist etwas Schönes.“ Ein Vorher-Bild daneben sagt: „Und so hat es angefangen.“ Erst der Abstand zwischen den beiden ist dein Können.

Die Leute, die dich suchen, haben gerade ihr eigenes Vorher vor Augen: die vergilbte Wand, das Loch im Garten, den Sessel mit dem durchgesessenen Polster. Sie suchen kein schönes Bild. Sie suchen jemanden, der aus ihrem Zustand etwas macht. Wenn sie auf deiner Seite ein Vorher sehen, das ihrem gleicht, ist die wichtigste Frage beantwortet, bevor sie gestellt wird. „Genau so schaut es bei uns aus.“ Dieser Satz ist der Anfang einer Anfrage.

So entstehen die zwei Bilder

Der schwierige Teil ist nicht das Fotografieren, sondern das Daran-Denken. Das Vorher-Bild gibt es nur einmal, und zwar bevor du anfängst. Darum:

  1. Mach das erste Foto, bevor das Werkzeug ausgepackt ist. Merk dir, wo du stehst: Türstock, Fensterkante, Gartentor.
  2. Fotografiere den Zustand, nicht die Katastrophe. Ein ehrliches Bild reicht, dramatisieren musst du nichts.
  3. Mach das Nachher-Foto vom selben Punkt, das Handy auf gleicher Höhe, wenn möglich zur gleichen Tageszeit.
  4. Räum vorher weg, was nicht zur Arbeit gehört: Kübel, Kabel, Jausenbox.

Zwei Fotos, gleicher Ausschnitt. Der Blick wandert vom einen zum anderen, und die Veränderung erklärt sich selbst. Wie das Licht dabei mitspielt, steht im Beitrag „Wie machst du gute Produktfotos mit dem Handy?“, die Regeln gelten für Wände genauso wie für Marmeladegläser.

Ein Stiegenhaus, zwei Wochen

Stell dir einen Malerbetrieb in Wörgl vor, der den Auftrag für das Stiegenhaus eines Wohnhauses aus den Siebzigern bekommt: braune Holzlamperie, Wände im Farbton von altem Zigarettenrauch, eine Neonröhre pro Stock. Die Malerin stellt sich am ersten Tag in den Eingang und fotografiert die Stiege hinauf. Zwei Wochen später steht sie am selben Fleck: helles Grau, weiße Stufenkanten, Licht bis in den dritten Stock.

Beide Bilder kommen als Beitrag auf ihre Seite. Überschrift: „Stiegenhaus, zwei Wochen“, dazu der Ort. Darunter drei Sätze: was der Hausverwaltung wichtig war, was gemacht wurde, wie lang die Bewohner mit der Baustelle leben mussten. Mehr nicht. Wer in der Umgebung ein ähnliches Stiegenhaus verwaltet, muss sich nichts vorstellen. Er sieht es.

Was zum Bildpaar gehört

Drei Sätze reichen: Was war das Problem, was wurde gemacht, wie lang hat es gedauert. Kein Eigenlob, das Bild lobt schon. Den Ort nennen, weil Leute nach Ort suchen. Frag die Kundschaft vorher, ob du die Bilder zeigen darfst, bei einer privaten Stube gehört das dazu. Und wenn sie einverstanden ist, kommt noch ein Satz von ihr dazu, so wie sie ihn gesagt hat.

Dann die wichtigste Regel: nicht nur einmal. Jede Arbeit, auf die du stolz bist, wird ein Beitrag mit zwei Bildern. Nach einem Jahr hast du eine Seite, auf der man blättern kann, und jedes Paar ist ein Beweis. Dasselbe Paar funktioniert auch auf Facebook und Instagram, ohne dass du etwas Neues ausdenken musst.

So geht das mit Tagfalter

In deiner Tagfalter-Seite legst du dafür einen Beitrag an: Überschrift und die drei Sätze ins Formular, die beiden Fotos hochladen, in der Vorschau anschauen, veröffentlichen. Ohne Tagfalter geht das genauso: Jede Seite, auf der du Beiträge mit Bildern anlegen kannst, reicht dafür.

Dein nächster Auftrag beginnt mit einem Foto

Diese Woche brauchst du nur eines: beim nächsten Auftrag das Handy zücken, bevor du anfängst. Das Nachher-Foto kommt dann von selbst, und der Beitrag ist an einem Abend geschrieben. Wenn du noch keine Seite hast, auf der die beiden Bilder Platz haben: Tagfalter ist in 30 Minuten startklar, betreut aus Tirol, 7 Tage kostenlos, jederzeit kündbar, ab 16,99 Euro im Monat. Leg dein erstes Vorher-nachher-Paar in deine Seite, noch bevor die Farbe trocken ist.

Foto: Luis Quintero auf Pexels

Quelle: https://tagfalter.rothirsch.tech/zeig-vorher-und-nachher-was-deine-arbeit-veraendert/