Du kennst das von dir selbst: Du tippst etwas an, die Seite bleibt weiß, und nach ein paar Sekunden gehst du zurück und nimmst das nächste Ergebnis. Ohne Ärger, ohne nachzudenken. Genau das machen deine Besucher auch. Sie merken nicht, dass deine Seite langsam ist, sie sind einfach weg. Und du siehst nie, wer da war. Das Bittere daran: Diese Menschen hatten Interesse. Sie haben dich gesucht und gefunden, und sind an der Wartezeit gescheitert, nicht an deinem Angebot.
Warum es meistens die Bilder sind
In den allermeisten Fällen liegt es nicht an komplizierter Technik, sondern an Fotos, die direkt aus der Kamera oder dem Handy hochgeladen wurden. So ein Bild hat locker fünf oder acht Megabyte. Auf dem Bildschirm braucht es einen Bruchteil davon. Wer zehn solche Bilder auf der Startseite hat, verlangt vom Besucher, ein halbes Fotoalbum herunterzuladen, nur um zu sehen, wann du geöffnet hast.
Das ist die gute Nachricht, denn das kannst du selbst beheben, ohne irgendwen zu fragen.
Was du selbst tun kannst
- Bilder vor dem Hochladen verkleinern. Für die Breite einer Website reichen etwa 1600 bis 2000 Pixel völlig aus. Alles darüber ist Ballast.
- Weniger Bilder pro Seite. Vier gute Fotos wirken stärker als vierzehn und laden viermal schneller.
- Keine Videos, die von selbst starten, schon gar nicht im Hintergrund der Startseite. Sie sehen im Büro toll aus und sind unterwegs eine Zumutung.
- Sparsam mit Zusatzfunktionen. Jeder eingebettete Kalender, jede Chat-Box, jede Karte und jedes Social-Media-Fenster kostet Ladezeit, oft mehr als alle deine Texte zusammen.
- Schriften begrenzen. Zwei Schriftschnitte reichen. Jeder weitere ist ein zusätzlicher Download.
Teste es richtig
Auf deinem Rechner im Büro ist alles schnell, weil dein Gerät die Seite schon kennt und die Verbindung gut ist. Das sagt dir nichts. Teste stattdessen so:
- Auf dem Handy mit mobilen Daten, nicht im WLAN.
- Unterwegs, nicht im Ort mit vollem Empfang.
- In einem privaten Fenster, damit nichts zwischengespeichert ist.
- Und zähl einfach mit. Kommt der erste sichtbare Inhalt nach mehr als drei Sekunden, hast du ein Problem.
Kostenlose Messwerkzeuge gibt es reichlich, aber lass dich von den Punktzahlen nicht verrückt machen. Die ehrlichste Messung ist dein eigenes Handy an einem Ort mit mittelmäßigem Empfang.
Tempo ist auch Sichtbarkeit
Suchmaschinen bewerten mit, wie schnell eine Seite auf dem Handy nutzbar ist. Eine langsame Seite wird also seltener gefunden und von den wenigen Findern häufiger wieder verlassen. Beides zusammen wirkt stärker, als es die einzelnen Sekunden vermuten lassen.
Was nicht dein Job ist
Zwischenspeicher, Komprimierung, Serverstandort, Verschlüsselung, das alles gehört zum Betrieb deiner Seite und nicht zu deinem Arbeitstag. Wenn du dich damit beschäftigen musst, stimmt etwas mit deinem Anbieter nicht. Dein Teil ist der Inhalt: vernünftig große Bilder, wenig Ballast, klare Seiten.
In drei Sätzen
- Langsame Seiten verlieren Besucher, die eigentlich Interesse hatten, und du merkst nie, dass sie da waren.
- In den meisten Fällen sind es zu große Bilder, zu viele Bilder und eingebettete Zusatzfunktionen, und das kannst du selbst beheben.
- Teste am Handy mit mobilen Daten und unterwegs, denn im Büro-WLAN ist jede Seite schnell.
Bei Tagfalter läuft die Beschleunigung im Hintergrund mit, damit du dich um deine Bilder und Texte kümmern kannst und nicht um Ladezeiten. Die Seite wird auch bei mehr Besuchern nicht langsamer, das ist Teil des Betriebs und nicht dein Thema.
Quelle: https://tagfalter.rothirsch.tech/niemand-wartet-auf-deine-seite/
