Du kennst das: Du öffnest eine Seite, und bevor du das Erste gelesen hast, springt ein Fenster auf. „Jetzt Newsletter abonnieren!“ Du klickst es weg. Jeder klickt es weg. Viele kleine Betriebe glauben trotzdem, so etwas zu brauchen, weil die Großen es machen. Dann bleibt es aus Scheu doch liegen, und die Stammkundin vom Sommer erfährt im Oktober nicht, dass der neue Most da ist. Dabei reicht ein Satz. Kein Fenster, kein Rundbrief jeden Monat.

Was der Satz sagt

Der Unterschied zum Anmeldefenster liegt im Versprechen. „Newsletter abonnieren“ sagt niemandem, was er bekommt. Dein Satz sagt genau das: was kommt und wie oft. Zum Beispiel: „Wenn du wissen willst, wann die ersten Kirschen reif sind, schreib mir deine Mailadresse. Du bekommst eine Nachricht, sonst nichts.“ Das ist ein Angebot, kein Bettelzettel. Erfahrungsgemäß geben Leute ihre Adresse gern her, wenn klar ist, wofür, und ungern, wenn sie dahinter eine Flut vermuten. „Sonst nichts“ ist deshalb der halbe Satz.

Wo der Satz steht

Der Satz gehört dorthin, wo jemand gerade Interesse hat. Unter die Beschreibung deines Produkts, wenn es das nur zu bestimmten Zeiten gibt. Oder ans Ende eines Beitrags über die Arbeit, die du gerade machst. Auf die Startseite gehört er nur, wenn dein ganzer Betrieb von einem Termin lebt, etwa ein Christbaumverkauf. Er darf auch auf dem Zettel an der Kassa stehen, mit demselben Wortlaut. Die Adressen schreibst du vorerst in eine Liste, Name und Mailadresse, mehr nicht.

Stell dir einen Hofladen in Tirol vor

Äpfel das ganze Jahr, im Herbst Most, und jeden September dieselbe Frage am Hoftor: „Ist der süße Most schon da?“ Auf der Seite steht unter dem Most ein Satz: „Der süße Most kommt jedes Jahr an einem anderen Tag. Wenn du ihn nicht verpassen willst, schreib mir. Du bekommst einmal im Jahr eine Mail, sobald er läuft.“ Im Sommer, wenn die Gäste vom Radweg Äpfel holen, steht derselbe Satz auf einem Zettel neben der Waage. Die Liste wächst langsam, ein paar Adressen pro Woche. Anfang Oktober geht eine Mail hinaus, fünf Zeilen: Der Most läuft ab Samstag, der Liter kostet so viel, Flaschen mitbringen, offen von bis. Wer diese Mail bekommt, hat genau darum gebeten. Das ist der Unterschied zu jedem Plakat an der Straße.

Was du schickst und worauf du achtest

Eine Mail, wenn es etwas gibt. Kein fester Rhythmus, kein Pflichtbrief im Jänner. Darin steht, was es gibt, ab wann und was es kostet, in den Worten, die du am Hoftor auch sagst. Dazu deine Telefonnummer. Verschick die Mail aus deinem normalen Mailprogramm und setz alle Adressen ins Feld für die Blindkopie (Bcc), dann sieht niemand die anderen. Für die Adressen bist du verantwortlich: Schreib nur an Leute, die darum gebeten haben, bewahr nur Name und Adresse auf, und schreib in jede Mail einen Satz wie „Wenn du keine Nachricht mehr willst, antworte kurz, dann streiche ich dich.“ Wer sich abmeldet, ist am selben Tag aus der Liste. Das ist Anstand, und bei Werbemails ist das Gesetz streng. Wie das für deinen Betrieb genau gilt, erfährst du bei der Wirtschaftskammer.

So geht das mit Tagfalter

Der Tipp funktioniert auf jeder Seite, auch ohne Tagfalter. In deiner Tagfalter-Seite trägst du den Satz über das Textformular ein, mit dem du jeden anderen Text änderst, unter das Produkt oder unter den Beitrag, mit Vorschau, bevor er sichtbar ist. Wer antwortet, schreibt dir über die Kontaktseite oder direkt an deine Mailadresse, auf Wunsch an eine eigene E-Mail-Adresse zu deiner Seite. Die Liste führst du daneben, so wie bisher.

Wenn du noch keine Seite hast

Tagfalter ist deine Website oder dein Shop, betreut aus Tirol, ab 16,99 Euro im Monat und monatlich kündbar. Du wählst Design und Farbe, legst Fotos, ein paar Sätze und dein Angebot selbst an, in etwa einer halben Stunde, und testest sieben Tage kostenlos. Wenn du lieber nicht selbst anfangen willst, legt Tagfalter die Seite aus deinen Informationen an (Einrichtung, 149 Euro einmalig). Erfolg verspricht dir Tagfalter nicht, Hilfe schon. Leg deine Seite an und teste sie sieben Tage kostenlos. Der Satz ist in einer Minute geschrieben. Die erste Adresse kommt, sobald jemand etwas von dir nicht verpassen will.

Foto: Ben Prater auf Pexels

Quelle: https://tagfalter.rothirsch.tech/mailadressen-sammeln-mit-einem-satz/