Jedes Jahr dieselbe Rechnung. Im November überlegst du, wie viel du für die Weihnachtszeit herrichtest. Zu wenig, und am 22. Dezember stehen Leute vor der leeren Theke. Zu viel, und am 27. schaust du auf Ware, die niemand mehr will. Beides kostet dich: einmal den Umsatz, einmal die Zutaten und die Arbeitsstunden, die in der übrigen Ware stecken.
Dabei weiß ein Teil deiner Kundschaft jetzt schon, was sie im Dezember holen will. Sie sagt es dir nur nicht, weil sie keine Gelegenheit dazu hat.
Lass die Kundschaft vorher sagen, was sie will
Vorbestellen ist nichts Neues. Die Gans beim Metzger, der Christbaum beim Bauern: Das lief immer über Zettel und Telefon. Online geht es genauso, nur dass niemand zu deinen Öffnungszeiten anrufen muss. Du stellst das Angebot auf deine Seite, nennst eine Frist und einen Abholtag, und die Bestellungen kommen herein, während du im Betrieb stehst.
Für dich heißt das: Du stellst her, was bestellt ist, und schätzt nur noch den Rest. Für deine Kundschaft heißt es: Sie hat ihr Stück sicher, bevor es ausgeht. Die Frist macht beides klar. „Bestellbar bis 30. November“ ist ein Satz, den man ernst nimmt. Erfahrungsgemäß wird eine Bestellung mit Enddatum eher heute erledigt als irgendwann. Warum das so ist, steht im Beitrag „Gib deiner Aktion ein Enddatum“.
Ein Beispiel: die Bäckerin und ihre Zelten
Stell dir eine Bäckerin in Tirol vor, die jeden Advent Zelten backt, das Tiroler Früchtebrot mit Feigen und Nüssen. Die Feigen kauft sie im Oktober, weil sie dann günstig sind. Wie viele sie braucht, weiß sie nicht. Angenommen, letztes Jahr hat sie auf 150 Laibe getippt, und 40 sind übrig geblieben. Die Feigen und Nüsse für diese 40 Laibe waren längst bezahlt.
Heuer stellt sie Anfang November eine Seite online: ein Foto vom angeschnittenen Laib, zwei Größen mit Preis, Bestellfrist 30. November, Abholung ab 8. Dezember, und wie bezahlt wird, steht dabei. Den Link schreibt sie auf einen Zettel an die Theke und teilt ihn auf Facebook. Ob sie heuer mehr verkauft als letztes Jahr, weiß sie erst im Jänner. Was sie am 1. Dezember weiß: wie viele Feigen sie noch braucht und an welchen Tagen der Ofen voll ist.
Was auf die Seite gehört
Eine Vorbestellseite ist kurz. Wer sie liest, soll ohne Rückfrage bestellen können:
- Was genau es gibt, mit Foto, Größe oder Menge und Preis.
- Bis wann bestellt werden kann.
- Ab wann und wo abgeholt wird, oder ob du verschickst.
- Wie bezahlt wird: beim Abholen, per Überweisung oder online.
- Ob die Menge begrenzt ist, wenn sie es wirklich ist.
Für die Bestellung brauchst du Name, Telefonnummer oder E-Mail, Menge und Abholtag. Mehr nicht. Diese Angaben sind dir anvertraut, und du bist dafür verantwortlich: Frag nur ab, was du für die Übergabe brauchst, und lösch die Liste, wenn die Saison vorbei ist.
So geht das mit Tagfalter
Mit dem Shop-Modul legst du die Vorbestellung als Produkt an: Foto, Preis, im Text die Frist und der Abholtag. Jede Bestellung kommt als E-Mail zu dir. Ohne Shop reicht eine eigene Seite für das Angebot mit deiner Telefonnummer und E-Mail-Adresse darauf. Das geht übrigens auf jeder Website, auch auf einer, die nichts mit Tagfalter zu tun hat. Bei Tagfalter legst du das Produkt über ein einfaches Formular mit Vorschau an.
Heute Abend anfangen
- Nimm ein Produkt, das du jedes Jahr auf Verdacht herstellst.
- Leg Frist und Abholtag fest. Rechne vom Produktionstag zurück: Wie viel Vorlauf brauchst du für Einkauf und Arbeit?
- Mach ein Foto mit dem Handy, bei Tageslicht, vom fertigen Stück.
- Leg die Seite an und schreib den Link auf einen Zettel an die Theke.
Wenn du noch keine Seite hast: Bei Tagfalter bestellst du, und in der Regel steht sie wenige Minuten später. Design und Farbe wählst du selbst, Foto, ein paar Sätze und das Angebot legst du selbst an. Ab 16,99 Euro im Monat, monatlich kündbar, 7 Tage kostenlos. Erfolg verspricht dir Tagfalter nicht, aber beim Weg dorthin hilft es. Leg deine erste Vorbestellseite an
Die Frage, wie viel du heuer herrichten sollst, beantwortet dann deine Kundschaft.
Foto: Alexander Mass auf Pexels
Quelle: https://tagfalter.rothirsch.tech/lass-vorbestellen-bevor-die-saison-beginnt/
