„Preise schreib ich lieber nicht drauf, das kommt auf den Auftrag an.“ Diesen Satz hört man in fast jedem Handwerksbetrieb und in jedem Dienstleistungsbüro. Dahinter steckt eine echte Sorge: sich zu verkaufen, verglichen zu werden, oder Kundschaft abzuschrecken, bevor man überhaupt reden konnte. Nur denkt der Besucher deiner Seite nicht mit. Er sieht keinen Preis und zieht seine eigenen Schlüsse, und die fallen selten zu deinen Gunsten aus.

Was passiert, wenn kein Preis dasteht

Die meisten Menschen fragen nicht nach. Sie schließen das Fenster und schauen beim Nächsten. Und die wenigen, die doch schreiben, fragen fast immer als Erstes nach dem Preis, was dir Zeit für Anfragen kostet, aus denen ohnehin nichts wird. Fehlende Preise filtern nicht, sie vertreiben. Wer bleibt, ist oft genau die Kundschaft, die am Ende zu wenig Budget hat.

Was eine Preisangabe wirklich leistet

Sie ist ein Filter, der für dich arbeitet, während du auf der Baustelle bist. Wem es zu teuer ist, meldet sich gar nicht erst. Wer sich meldet, weiß ungefähr, worauf er sich einlässt, und das Gespräch beginnt beim Auftrag statt bei der Zahl. Nebenbei baut ein sichtbarer Preis Vertrauen auf: Wer offen anschreibt, wirkt sicher in dem, was er tut.

Du musst keine Preisliste veröffentlichen

Zwischen „nichts“ und „alles“ liegen mehrere brauchbare Wege. Nimm den, der zu deinem Geschäft passt:

  • Fester Preis: bei klar abgegrenzten Leistungen und Produkten. Am einfachsten und am stärksten.
  • Ab-Preis: „Fotoshooting ab €290.“ Nennt eine Untergrenze, ohne dich festzulegen.
  • Spanne: „Eine kleine Website kostet üblicherweise zwischen X und Y.“ Ehrlich und ordnet sofort ein.
  • Beispielprojekt: „Ein Badezimmer in dieser Größe lag zuletzt bei etwa Z, je nach Fliesen und Aufwand.“ Zeigt eine Größenordnung an einem echten Fall.
  • Stundensatz plus typischer Umfang: „€85 pro Stunde, ein Wartungsbesuch dauert meist zwei bis drei Stunden.“

Alle fünf beantworten die eigentliche Frage des Besuchers, und die lautet nicht „was kostet es genau“, sondern „bin ich hier ungefähr richtig“.

Was dazugehört, damit der Preis nicht nackt dasteht

  • Was inklusive ist und was nicht. Das verhindert Enttäuschung und lange Diskussionen.
  • Woraus sich der Preis ergibt, in einem Satz. Anfahrt, Material, Aufwand, Erfahrung.
  • Was danach passiert. Anfrage, Besichtigung, Angebot. Wer den Ablauf kennt, traut sich eher.
  • Der Hinweis, dass es individuell wird, wenn das stimmt. Ehrlich gesagt, nicht als Ausrede.

Wann kein Preis vertretbar ist

Es gibt Fälle, in denen jede Zahl in die Irre führt, etwa bei sehr individuellen Projekten mit stark schwankendem Aufwand. Dann nenn wenigstens eine Größenordnung oder deine übliche Mindestauftragsgröße. Ein „unter €1.500 nehmen wir keine Aufträge an“ spart beiden Seiten viel Zeit und wirkt selbstbewusst, nicht abweisend.

In drei Sätzen

  • Kein Preis vertreibt mehr Kundschaft, als er filtert, denn die meisten fragen nicht nach, sondern gehen weiter.
  • Du musst keine vollständige Preisliste zeigen: Ab-Preis, Spanne, Beispielprojekt oder Stundensatz beantworten die eigentliche Frage schon.
  • Schreib dazu, was inklusive ist, wie der Preis zustande kommt und wie es weitergeht, dann trägt die Zahl statt abzuschrecken.

Wo dein Angebot steht, ist deine Entscheidung, ob auf einer Leistungsseite, im Text oder direkt im Shop. Tagfalter sorgt dafür, dass es sauber aussieht und du es jederzeit selbst ändern kannst, ohne jemanden anrufen zu müssen.

Quelle: https://tagfalter.rothirsch.tech/preise-zeigen-oder-lieber-nicht/