Wir haben ein Werbevideo für Tagfalter gemacht. Kein Kamerateam, kein Studio,
kein einziger selbst gefilmter Clip — ein Nachmittag Arbeit und eine kleine
Musiklizenz. Es läuft gerade als Anzeige auf Facebook und Instagram.
In diesem Beitrag zeigen wir dir ehrlich, wie es entstanden ist. Nicht weil das
Video so besonders wäre — sondern weil du mit demselben Rezept ein Video für
dein Lokal, dein Geschäft oder deinen Verein machen kannst. Ausprobieren ist
der halbe Erfolg, und genau das machen wir dir hier leicht.
Erst die Geschichte, dann die Bilder
Der wichtigste Schritt passiert, bevor du irgendein Programm öffnest: Schreib
deine Geschichte als einen Satz pro Szene auf. Unser Video hat sechs Szenen,
und der komplette Text passt auf einen Bierdeckel:
- Nicht jedes Lokal braucht einen Webshop.
- Außer deine Gäste wollen etwas mitnehmen.
- Dann reicht ein QR-Code auf deiner Menükarte,
- um auf deinen Webshop zu gelangen.
- Am Tisch bestellt. Nach Hause geliefert.
- Klingt nach deinem Lokal?
Wenn die Sätze allein funktionieren, funktioniert das Video. Wenn nicht, rettet dich auch kein schönes Bildmaterial.
Der Trick: eine Frage statt einer Behauptung
Fällt dir auf, dass das Video mit einem Gegenargument beginnt? „Nicht jedes
Lokal braucht einen Webshop“ — das ist das Gegenteil von Werbung, und genau
deshalb bleibt man hängen. Danach nennt es ein ehrliches Kriterium (Gäste, die
etwas mitnehmen wollen) und lässt am Ende dich entscheiden: „Klingt nach
deinem Lokal?“
Wer sich in der Frage wiedererkennt, klickt aus eigenem Antrieb — und das ist
mehr wert als jeder Kaufbefehl. Ehrlich und einfach überzeugt am meisten. Das
kannst du eins zu eins übernehmen: „Nicht jeder braucht [dein Angebot]. Außer
[dein echtes Kriterium].“
Die Bausteine — ohne zu filmen
Unser Video besteht aus drei Zutaten, keine davon braucht eine Kamera:
- Fertige Videoclips: Die Frau mit dem Handy, der QR-Scan, die Pakete — alles
Stock-Material direkt aus der Canva-Bibliothek. Such nach einfachen Begriffen („QR code scan“, „Paket übergeben“) und nimm Clips, die zu deiner Geschichte passen, nicht die spektakulärsten.
- Eine Bildschirmaufnahme: Der einzige „echte“ Baustein ist ein Screen-Recording
unseres Demo-Shops — einfach beim Durchscrollen aufgenommen. Für dich wäre das: deine Website, deine Speisekarte, dein Shop. Kostenlos und authentischer als jedes Stock-Material.
- Textkarten in deiner Markenfarbe: Zwei Szenen sind nur Farbe, Text und Logo.
Die baust du in Canva in fünf Minuten — und sie tragen die halbe Geschichte.
Die drei Regeln, die wirklich zählen
- Die Botschaft steht ab Sekunde null im Bild. Die meisten entscheiden in
ein bis zwei Sekunden, ob sie weiterscrollen. Unsere erste Version verlor neun von zehn Zuschauern, bevor der erste Text erschien — die zweite legt den Satz direkt auf das erste Bild.
- Das Video muss ohne Ton funktionieren. Der Großteil schaut stumm durch
den Feed. Text-Einblendungen erzählen die Geschichte, die Musik ist nur Beiwerk.
- Kurz bleiben. Unser Video hat rund 18 Sekunden. Ein Satz pro Szene,
keine Szene länger als fünf Sekunden.
Drei Formate aus einem Video
Facebook und Instagram zeigen Videos in verschiedenen Formaten: Hochformat 4:5
im Feed, 9:16 in Stories und Reels, quadratisch 1:1. In Canva geht das ohne
Neubau: „Größe ändern“ → „Kopieren & Größe ändern“, dann in jeder Kopie die
Texte kurz in die Mitte rücken, damit nichts an der Kante klebt. Drei Exporte,
fertig.
Musik: „lizenzfrei“ heißt nicht kostenlos
Der Punkt, an dem viele stolpern: Musik aus dem Internet — auch die Gratis-Musik
aus Schnittprogrammen — ist für Werbung oft nicht erlaubt. Im schlimmsten
Fall wird deine Anzeige gesperrt oder du bekommst Jahre später Post.
Wir haben unseren Titel gekauft: ein alpenländisches Stück mit einer Lizenz,
die Werbung ausdrücklich einschließt. Kostet weniger als ein Abendessen für
zwei, und der Lizenznachweis liegt sicher abgelegt. Die Regel dahinter ist
einfach: **Für Werbung nur Musik verwenden, für die du einen schriftlichen
Nachweis hast, dass Werbung erlaubt ist.** Wenn du unsicher bist, lass die
Musik weg — dein Video funktioniert ohnehin ohne Ton (siehe Regel 2).
Was es gekostet hat
Ein Nachmittag Arbeit, eine kleine Musiklizenz und ein Canva-Konto. Kein
Kamerateam, keine Agentur, kein Budget mit vier Stellen. Das Ergebnis ist kein
Kinospot — muss es auch nicht sein. Es erzählt in 18 Sekunden eine ehrliche
Geschichte, und mehr braucht eine gute Anzeige nicht.
Heute umsetzen
- Schreib deine Geschichte als sechs Sätze auf — erster Satz: ein ehrliches
Gegenargument, letzter Satz: eine Frage.
- Sammle deine Bausteine: zwei, drei passende Stock-Clips, eine
Bildschirmaufnahme von deiner Website oder Speisekarte, eine Textkarte in deiner Farbe.
- Bau die erste Fassung in Canva und schau sie stumm an: Verstehst du die
Geschichte ohne Ton? Dann bist du fertig.
Und wenn dein Video auf einen Webshop zeigen soll, den es noch nicht gibt:
Mit Tagfalter ist er in 30 Minuten startklar — 7 Tage gratis, jederzeit
kündbar. Erfolg versprechen wir nicht. Aber den Versuch machen wir dir leicht.
Quelle: https://tagfalter.rothirsch.tech/wie-unser-werbevideo-entstanden-ist-ohne-kamera-ohne-filmteam/