Das Inntal gehört zu den beliebtesten Radregionen in ganz Österreich, und das aus gutem Grund. Auf hunderten Kilometern schlängelt sich der Innradweg durch eine Landschaft, die ihresgleichen sucht: zwischen mächtigen Bergketten, durch idyllische Dörfer und vorbei an historischen Städten. Wer in Tirol lebt, hat das Glück, einige der schönsten Radwege Europas quasi vor der Haustür zu haben.

Der Klassiker ist und bleibt der Innradweg selbst. Er führt von der Schweizer Grenze über Pfunds bei Landeck durch das gesamte Oberinntal, weiter über Innsbruck bis nach Kufstein und darüber hinaus. Die Strecke ist größtenteils flach und asphaltiert, was sie perfekt für Familien und Genussradler macht. Besonders der Abschnitt zwischen Innsbruck und Hall in Tirol ist beliebt, weil er direkt am Fluss entlangführt und immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die Nordkette und das Karwendel bietet. Wer Lust auf eine Pause hat, findet in Hall eine der besterhaltenen mittelalterlichen Altstädte Tirols.

Etwas sportlicher wird es auf dem Radweg durchs Wipptal Richtung Brenner. Hier geht es kontinuierlich bergauf, dafür wird man mit einer grandiosen Alpenkulisse belohnt. Der Weg eignet sich hervorragend für alle, die ein bisschen Kondition mitbringen und gerne mit dem E-Bike unterwegs sind. Am Brenner angekommen, kann man übrigens problemlos weiter nach Südtirol radeln, ein grenzüberschreitendes Erlebnis, das viele Tiroler regelmäßig nutzen.

Ein echter Geheimtipp ist die Runde am Mieminger Plateau. Oberhalb von Telfs gelegen, bietet diese Strecke einen fantastischen Blick auf das Inntal und die umliegenden Gipfel. Die Wege sind ruhiger als entlang des Inns, und man fährt durch Wiesen und Wälder, die besonders im Frühsommer in voller Blüte stehen. Hier lässt sich Radfahren wunderbar mit einer Einkehr bei einem der traditionellen Gasthöfe verbinden.

Auch das Sellraintal südwestlich von Innsbruck verdient eine Erwähnung. Es ist weniger bekannt als die großen Talradwege, bietet aber eine beeindruckende alpine Szenerie. Die Strecke führt durch enge Schluchten und vorbei an rauschenden Bächen, ideal für alle, die Natur pur suchen und dem Trubel der Hauptrouten ausweichen möchten.

Wer lieber in der Stadt bleibt, findet in Innsbruck selbst ein gut ausgebautes Radwegenetz. Entlang des Inns lässt sich die Landeshauptstadt entspannt auf zwei Rädern erkunden, vom Olympischen Dorf bis zur Altstadt und weiter Richtung Rum oder Völs.

Wichtig für alle, die im Inntal unterwegs sind: Gerade an schönen Wochenenden kann es auf den beliebten Abschnitten voll werden. Unter der Woche oder in den frühen Morgenstunden hat man die Wege oft fast für sich allein. Außerdem lohnt es sich, immer eine Jacke einzupacken, denn das Wetter in den Bergen kann schnell umschlagen.

Das Inntal bietet für jeden Radfahrer die passende Strecke, ob gemütliche Familientour oder sportliche Herausforderung. Einfach aufsteigen und losradeln, schöner kann man Tirol kaum erleben.

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